27.07.2007Turnierreport

Nations Cup 2007

Von: Michael Strato
Der Nations Cup 2007 fand traditionell im Palm Beach Casino der Partouche Gruppe in Cannes statt und insgesamt 16 verschiedene Länder hatten für das Turnier gemeldet.

Turnierdirektor Eric Guedj von Partouche Gammon zeigte sich vor dem Start des Turniers entsprechend zufrieden mit der Resonanz: "Wir haben einige der Top-Stars der Backgammon-Welt hier und ich erwarte ein sehr spannendes Turnier."
In der Tat, viele der absolut besten Spieler der Welt, darunter einige Backgammon-Giants, waren angereist, um ihrem Land zu Ruhm und Ehre zu verhelfen. Die 16 Nationen des Turniers: USA, Russland, Griechenland, Iran, Israel, England, Italien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Georgien, Armenien, Frankreich, Japan, Türkei und die Ukraine.
Die Vorrunde wurde wie bei einer Fußball-Endrunde organisiert: Vier Gruppen á 4 Teilnehmer, mit einigen Nationen, die aufgrund der Teilnahme in den vergangenen Jahren gesetzt wurden, sowie eine öffentliche Auslosung der Gruppen und der ersten Runde.
Gespielt wurden je Begegnung 3 Matches, ein Doppel mit Beratung auf 9 Punkte und anschließend zwei Einzel-Matches auf 7 Punkte.
Alexandros Kolonias aus Griechenland, der im Januar beim Party Million Turnier auf den Bahamas mitspielte, hatte keinen Spielpartner, woraufhin ihm der Autor dieser Zeilen, Michael Strato Liberopoulos, anbot, gemeinsam für Griechenland zu spielen.


Im ersten Gruppenspiel trafen wir auf Russland (Nodar Gagua und Boris Mamporia). Im Doppel lagen wir bereits mit 0-5 hinten, konnten jedoch noch mit 9-7 gewinnen. Und dann waren wir beide im Einzel siegreich zum 3-0 Gesamterfolg. Das zweite Gruppenspiel gegen Iran (Shahab Ghodsi und Tom Zarrinam) konnten wir ebenfalls mit 3-0 für uns entscheiden. Damit waren wir bereits für das Viertelfinale qualifiziert, ebenso die USA. Doch wir mussten noch gegen das Team der USA (Carter Mattig, Ed O´Laughlin, Howard Markowitz und Perry Gartner) unser letztes Gruppenspiel bestreiten um zu klären, wer unser Viertelfinalgegner sein würde.
Wir verloren das Doppel, anschließend besiegte Kolonias O´Laughlin und Strato verlor gegen Markowitz. Damit hatten wir es als Gruppenzweiter im Viertelfinale mit den heftig favorisierten Franzosen zu tun (Francois Tardieu, Marc Santoroman und Alain Babillon) während die USA im Viertelfinale auf die Türkei traf - sie verloren und wir auch.
Ab dem Viertelfinale wurden zunächst die Einzel-Matches gespielt, da es hier nicht mehr, wie noch im Gruppenmodus, auf das exakte Ergebnis ankam und somit Zeit gespart werden konnte falls bereits nach zwei Matches der Sieger feststand.
In meinem Einzel gegen Marc Santoroman führte ich bereits 4-1, doch er kam zurück und gewann das Match.
Im zweiten Einzel-Match auf 7 Punkt traf mein Teampartner Alexandros Kolonias auf meinen sehr guten Freund und GammonLife-Autoren Francois Tardieu. Beim Stand von 6-5 Crawford zu Gunsten Tardieus, in einer Stellung, die nach einem sicheren Gammon für Alexandros aussah, lief Tardieus Uhr ab und Kolonias gewann das Match. Tardieu sagte später, er habe schlicht die mangelnde Zeit auf der Uhr übersehen.

Mit freundlicher Genehmigung von PartoucheGammon.fr präsentieren wir Ihnen das Einzel Tardieu vs. Kolonias in unserem Flash-Player. Das Match wurde aufgezeichnet von Julie Thabault.



Im entscheidenden Doppel-Match auf 9 Punkte gewinnen wir bei 3-8 Crawford ein Gammon, anschließend ein knappes Bearoff und doppeln bei 7-8 bei erster Gelegenheit, Double Match Point also. Wir treffen einen glücklichen Schuß, den das französische Team beim Einspielen ins Heimfeld lassen muss. Allerdings sind bei uns der 1er und der 6er-Punkt offen, Frankreich kann auf der 1 einsetzen, wir lassen einen Schuß auf der 6 und dann...treffen sie uns mit dem nächsten Wurf und gewinnen das Match. Herzlichen Glückwunsch, Frankreich!

Nebenbei bemerkt habe ich mit Kolonias vor dem Nations Cup einige Matches gespielt und die meisten davon spielte er - laut Snowie - auf Weltklasseniveau. Die Wahrheit ist, daß mein persönliches Niveau, im Durchschnitt, nur auf unterem Expertenlevel liegt.

Bei einigen unserer schwierigeren Entscheidungen habe ich ihn zu Zügen überredet, die er alleine wohl nicht gemacht hätte. Alles in allem also, auch angesichts der Umstände - der Druck der Schachuhren, drei Runden an einem Tag (also 6 Matches) und die erfahrenen und professionellen Gegner, erst das zweite internationale Turnier für ihn - muss ich sagen, daß dieser 21-jährige Newcomer aus Griechenland stolz auf seine Leistungen sein kann. Er hat großes Potential und ich bin zuversichtlich, daß wir ihn bei weiteren großen Turnieren sehen werden und er einmal ein berühmter Champion sein wird.

 

Der Nations Cup 2007 ab dem Viertelfinale im Überblick:

 

 

 

Viertelfinale

 Halbfinale

 Finale

 Gewinner

 USA

 TÜRKEI

DÄNEMARK

DÄNEMARK

 TÜRKEI

 DÄNEMARK

DÄNEMARK

 ISRAEL

 BULGARIEN

GEORGIEN

GEORGIEN

 GEORGIEN

 FRANKREICH

FRANKREICH

 GRIECHENLAND

 

Dänen gewinnen den 2007 Nations Cup

 

Das dänische Team mit Sander Lylloff und Morten Holm behielt die Oberhand gegen die Finalgegner aus Georgien - Akaki Kikaleishvili, Nodar Melia, Badri Cercvadze und Kakhaber Nachkebia - und holte sich nach einem zweiten Platz im vergangenen Jahr diesmal den Titel im 2007 Nations Cup beim Partouche Riviera Backgammon Festival im Palm Beach Casino in Cannes. Im Spiel um den dritten Platz setzte sich Frankreich gegen die Türkei durch.