12.07.2007Backgammon WM 2007
Das rätselhafte Sterben der Favoriten
Sie können den Verlauf der Veranstaltung und die Ergebnisse einzelner Spieler anhand der kompletten Draw-Sheets auf GammonLife.com verfolgen.
Bisher wurden in den verschiedenen Spielklassen zwei bzw. drei Runden komplettiert. Der gestrige Mittwoch war traditionell spielfrei, am Abend fand wie jedes Jahr das fantastische Gala-Diner im Monte Carlo Sporting Club statt, ein excellentes Mehr-Gänge-Menü und dazu wie immer eine Live-Show auf der Bühne. Der Sporting Club ist etwa einen Kilometer vom Turnier-Hotel entfernt und verfügt über ein Dach, welches sich öffnen lässt. Die Spieler konnten also unter dem Sternenzelt speisen, trinken und tanzen – es sei denn, es hat geregnet.
Der erste Turniertag war ein Tag voller unerwarteter Außenseitersiege – viele der Top-Profis, die in diesem Jahr angereist sind, hat es bereits während der ersten zwei Runden erwischt, darunter mehrere Backgammon-Giants und ehemalige Weltmeister. Zu den Opfern des Favoritensterbens gehören unter anderem Francois Tardieu, Jake Jacobs, Schmucki, Mike Svobodny, Sander Lylloff, Dennis Carlston, Tobias Hellwag, Masayuki Mochizuki, Eric Guedj, Perry Gartner, Luigi Villa, Michel Serrero, Philip Vischjager und Malcolm Davis. Für sie alle geht es also in der Consolation weiter.
Für einige aus dieser Liste – wir möchten keine Namen nennen – ist das WM-Turnier ein ewig wiederkehrender Alptraum. Großartige Spieler, die woanders große Erfolge feiern, aber es in Monte Carlo einfach nie über Runde 2 hinaus schaffen.
Das ist sicherlich frustrierend für diejenigen, die hart trainiert haben im Vorfeld dieser Veranstaltung. Viele kommen auch von sehr weit her angereist. Backgammon-Gigant #14, Jake Jacobs, beispielsweise, US-Amerikaner aber zur Zeit im Fernen Osten zu Hause, hat eine sehr strapaziöse Anreise hinter sich, mit mehreren Flügen und 40 Stunden ohne Schlaf. Jake besiegte Audronis Zunde aus den USA in Runde 1 und verlor dann in Runde 2 gegen Carlos Pinto, einen erfahrenen Turnierspieler aus Brasilien. Es war für Jake das erste Mal in Monte Carlo. (Auch Sander Lylloff aus Dänemark, ein hoch gehandelter Favorit, hat übrigens gegen einen Spieler aus Brasilien verloren, den wohlbekannten Ary Nogueira.)
Der Top-Favorit der Buchmacher, Francois Tardieu aus Frankreich, Backgammon-Gigant #3, wurde in seinem Erstrunden-Match gleich dreimal mit dem Doppler auf 2 Gammon geschlagen und verlor das Match mit 3-17 gegen Shimon Kagan aus Israel.
Ein Gentleman aus den USA, Mike Svobodny, Weltmeister 1984 und Backgammon-Gigant #24, der jahrzehntelang sehr viel für die Förderung und Popularisierung von Backgammon getan hat, wurde in Runde 1 von der Norwegerin Katja Spillum geschlagen, der Europameisterin von 2002.
Es sind viele hervorragende Spieler hier, einige bekannter, einige weniger bekannt und einige bisher völlig unbekannte. Da viele der Top-Favoriten bereits ausgeschieden sind, glauben wir, das folgende Spieler besonders gute Chancen haben, den Titel zu holen (in keiner besonderern Reihenfolge): Peter Heitmüller, Alvaro Savio, Ed O'Laughlin, Howard Markowitz, Volker Sonnabend, Robert Lindbom, Richard Munitz, Sven Rümcker, Kenji Shimodaira, Timo Väätainen, Didier Assaraf, Matvey (Falafel) Natanzon, Shahab Ghodsi, Mario Kühl, Martin Foldager, Karsten Nielsen, Andreas Humke, Pia Jeppesen und – sollte die Zeit etwa reif sein für einen Champion aus Großbritannien? – achten Sie auf John Clark!
Unser Insider-Tip:
Viele der bisher erwähnten Spieler haben bereits große internationale Titel und Turniere gewonnen. Nicht so Didier Assaraf aus Frankreich, der außerhalb seines Landes kaum bekannt ist. Aber Assaraf soll mit außergewöhnlich niedriger Fehlerrate spielen – vielleicht möchten Sie eine kleine Wette wagen?
Und nicht zu vergessen – die Damen, die noch im Turnier sind – Antoinette-Marie Williams und Simonetta Barone-Herrera, haben sich bisher hervorragend präsentiert.
Donnerstag um 16:00 Uhr Ortszeit geht es weiter. Wir sind alle sehr gespannt, nicht zuletzt ob es weitere Opfer dieser seltsamen Seuche namens "Favoritensterben" geben wird ;-)
CrownsCup
Berlin. Im Frühjahr 2007 traf sich die Elite des Backgammon in Berlin. Beim Crowns Cup spielten sechzehn der renommiertesten und besten Spieler der Welt um die Krone und 250.000 US-Dollar Siegprämie. Das Fernsehen war mit von der Partie. Mit viel Pomp und schön animierten Bilder wurde das Spiel in Szene gesetzt.

