Backgammon Schule: Video Lektion mit Chiva Tavazzoli

Backgammon Schule

Lernen Sie mit uns Backgammon zu spielen

Die Wurzeln von Backgammon lassen sich bis in die Urzeit der menschlichen Kulturgeschichte zurück verfolgen. Im Lauf von fast 5000 Jahren haben sich in den unterschiedlichsten Epochen und Kulturen zahlreiche regionale Formen und Varianten herausgebildet.

 

 

1931 kodifizierte ein Komitee des legendären „New Yorker Racquet and Tennis Clubs“ die Regeln des modernen Backgammon, die im Wesentlichen bis heute ihre Gültigkeit haben. Ihre Hauptcharakteristika sind eine bereits relativ weit fortgeschrittene Startaufstellung der Spielsteine sowie der Verdopplungswürfel.

 

Backgammon ist in der Regel ein Zweikampf zwischen zwei Spielern. Die beiden gegeneinander spielenden Parteien können aber auch aus zwei (Doppel) oder mehreren (Team), sich untereinander beratenden Personen gebildet werden.

BackgammonSpielregeln

Zubehör 

1 Spielbrett, 2 x 15 Spielsteine in zwei verschiedenen Farben, 2 x 2 Würfel, 1 Verdopplungswürfel, 2 Würfelbecher.

  • Das Backgammon-Brett (englisch „board“) ist in 24 Spielfelder (englisch „points“) unterteilt , die traditionell in der Form von Zungen dargestellt werden. Als Orientierungshilfe markieren zwei alternierende Farben die geraden bzw. ungeraden Punkte. In der Mitte teilt ein dicker Querbalken, die sogenannte „Bar“, das Spielbrett in zwei Hälften. Hier werden im späteren Spielverlauf geschlagene Steine vorübergehend abgestellt.
  • Jede der beiden Spielparteien verfügt über einen Satz von 15 abgerundeten Spielsteinen (englisch "checker") in zwei verschiedenen Farben.
  • Jede der beiden Spielparteien verfügt außerdem über einen Würfelbecher sowie ein eigenes Paar von Würfeln.
  • Der Verdopplungswürfel (englisch "cube") ist ein würfelförmiger Block, dessen sechs Seiten in 2er Potenzen (2, 4, 8, 16, 32, 64) den aktuellen Spielwert anzeigen. Um Platz zu sparen, wird der Spielwert 1 auf gängigen Exemplaren nicht extra angegeben, sondern zu Spielbeginn durch den Wert "64" repräsentiert. Solange der Verdopplungswürfel noch in der Mitte zwischen beiden Spielern liegt ist es offensichtlich, das noch nicht gedoppelt wurde, obwohl er eine 64 anzeigt.

 

Vorbereitung

Vor Beginn eines Backgammonspieles müssen sich die Spielpartner über ihre jeweiligen Plätze, ihre Spielsteine , die Spielrichtung und die Würfel einigen, falls nötig durch Losentscheid.

 

Startaufstellung

Zu Spielbeginn werden die 15 Spielsteine der beiden Farben spiegelbildlich auf folgende vordefinierte Startpositionen verteilt:

  • jeweils fünf Steine stehen bereits im eigenen Heimfeld und halten dort den eigenen 6er Punkt besetzt

  • jeweils drei Steine stehen zwei Felder dahinter auf dem 8er Punkt

  • jeweils fünf Steine stehen als Brückenkopf im Außenfeld auf dem 13er Punkt, dem sogenannten "Midpoint".

  • jeweils zwei Steine hängen als Nachzügler noch ganz weit hinten auf dem 24er Punkt zurück

Eröffnungswurf

Zu Spielbeginn werfen beide Spieler lediglich einen Würfel. Der Eröffnungswurf setzt sich aus den beiden so ermittelten Zahlen zusammen. Die höhere Zahl beginnt und setzt die Augen, die auf beiden Würfeln angezeigt sind. Werfen beide Spieler dieselbe Zahl, muss der Eröffnungswurf wiederholt werden, Päsche sind damit im Eröffnungswurf ausgeschlossen.

Würfeln

Nach dem Eröffnungswurf würfeln beide Spieler abwechselnd mit ihren zwei Würfeln, ab dann sind natürlich auch die Päsche aktiviert. Beim Spielen im Internet werden die geworfenen Zahlen durch einen Zufallsgenerator generiert. Beim manuellen Spielen wird der Zufall durch den Einsatz von Würfelbechern gewährleistet. Dabei gelten folgende Regeln, die Betrugsversuchen vorbeugen sollen:

  • Beim Würfeln muss der Würfelbecher einwandfrei geschüttelt, darf also nicht nur geschwenkt werden.

  • Die Würfelbecher müssen sich über die gesamte Dauer des Spieles auf dem Tisch befinden und damit sichtbar bleiben.

  • Die beiden Würfel müssen gleichzeitig geworfen werden und flach auf der jeweiligen rechten Spielbretthälfte zur Rechten des Spielers liegen bleiben.

Bei Unklarheiten über die Gültigkeit eines Wurfes gelten folgende Regeln:

  • Kippe: Landet ein Würfel auf einem Spielstein oder befindet sich in einer Schräglage, müssen beide Würfel erneut geworfen werden.

  • Fällt ein Würfel deutlich sichtbar vor dem anderen aus dem Becher, ist der Wurf ebenfalls zu wiederholen

  • Berührung: Berührt der werfende Spieler einen Würfel, bevor beide Würfel vollständig zur Ruhe gekommen sind, so kann sein Gegner bestimmen, ob beide Würfel oder nur der berührte noch einmal gewürfelt werden.

  • Vorwerfen: Ein Zug gilt erst dann als beendet, wenn der Spieler seine Steine gezogen und seine Würfel vom Brett genommen hat. Solange er noch am Zug ist, die Würfel also noch nicht vom Brett genommen hat, darf sein Gegner noch nicht würfeln. Würfelt ein Spieler zu früh, entscheidet allein sein Gegner, ob der Wurf gültig ist oder wiederholt werden muss.

 

SpielWertungen

 

Einfach: Ein Spieler gewinnt den einfachen Spieleinsatz wenn es ihm gelingt, als erster alle 15 Steine seiner Farbe auszuspielen.

 

Doppelt (englisch "gammon") gewinnt er, wenn sein Gegner am Ende noch keinen einzigen Stein ausgespielt hat.

 

Dreifach (englisch "backgammon") gewinnt er, wenn sein Gegner noch keinen einzigen Stein ausgespielt hat und außerdem noch mit mindestens einem hinteren Stein im gegnerischen Heimfeld oder sogar auf der Bar steht.

 

Spielziel

Gewinner ist, wer als erster alle 15 Steine seiner Farbe in sein Heimfeld gebracht und ausgespielt hat. Backgammon ist daher im Wesentlichen ein Wettrennen, allerdings mit Hindernissen, denn gegnerische Steine können im Spielverlauf geschlagen und gegnerische Zahlen blockiert werden.

Spielverlauf

Die beiden Spielparteien laufen gegeneinander in entgegengesetzter Richtung, dadurch ist jede Menge Kontakt und Spannung garantiert. Jeder Spieler setzt seine Steine entsprechend der gewürfelten Augenzahlen in Richtung seines jeweiligen Heimfeldes. Dabei gelten folgende Regeln:

  • Die Augenzahlen werden einzeln und nacheinander gesetzt. Zeigen beide Würfel dieselbe Augenzahl (Pasch ), muss bzw. darf die auf den Würfeln angezeigte Augenzahl viermal gesetzt werden.

  • Die Spielsteine dürfen nur vorwärts gezogen werden

  • Welche Zahl zuerst gespielt wird, ist gleichgültig. Wenn entweder die eine oder die andere Zahl gezogen werden kann, aber nicht beide zugleich, dann muss die höhere der beiden gewürfelten Zahlen gezogen werden

  • es besteht Zugzwang, d.h. alle Zahlen müssen, sofern theoretisch möglich, gezogen werden. Ist dies nicht möglich, muss zuerst versucht werden, die höhere zu verwenden, dann die niedrigere. Kann keine der beiden Zahlen verwendet werden, so verfällt der Wurf.

Zugmöglichkeiten

  • Laufen: Die Steine können nur auf Felder gesetzt werden, auf denen sich nicht mehr als ein gegnerischer Stein befindet. Felder, die bereits mit zwei oder mehr gegnerischen Steinen besetzt sind, sind für die eigenen Steine blockiert.

  • Schlagen: Landet ein Stein auf einem Punkt, auf dem ein einzelner Stein (englisch „blot“) des Gegners steht, dann wird dieser gegnerische Stein geschlagen und auf die Bar gestellt.

  • Punkten: Landet ein Stein auf einem Punkt, auf dem ein eigener einzelner Stein steht, so bildet er mit diesem einen Punkt, der für den Gegner damit blockiert ist. Auf einem Punkt dürfen beliebig viele eigene Steine stehen.

  • Einsetzen von der Bar: Ein geschlagener Stein landet auf der Bar und muss dort erst einmal wieder auf einem offenen Punkt in dem gegnerischen Heimfeld eingesetzt werden. Ein Spieler, der einen Stein auf der Bar stehen hat, darf mit keinem anderen Stein ziehen, solange der auf der Bar stehende Stein nicht wieder eingesetzt ist. Kann der Stein nicht eingesetzt werden, da der Gegner alle Punkte der entsprechenden Zahlen besetzt hält, verfällt der komplette Wurf („tanzen“)

  • Ausspielen:

    Wenn kein anderer eigener Stein mehr außerhalb des Heimfelds oder auf der Bar steht, kann der Spieler damit beginnen, seine Steine auszuspielen (englisch "bear off"):

    - ein Stein kann entweder von einem Punkt abgetragen werden, der genau einer der gewürfelten Augenzahlen entspricht, oder vom höchsten noch belegten Punkt, der kleiner ist als die angezeigte Augenzahl. Wird die Zahl eines nicht besetzten Punktes geworfen, darf von einem niedrigeren Punkt kein Stein abgetragen werden, solange noch ein Stein auf einem höheren Punkt steht.

    - auch in der Phase des Abtragens müssen alle Zahlen gezogen werden. Allerdings ist der Spieler nicht dazu verpflichtet, seine Steine auszuspielen, sondern kann mit entsprechenden Würfen seine Steine auch innerhalb seines Heimfeldes vorrücken , um z.B. Lücken zu füllen oder Schüsse zu vermeiden.

    - ein abgetragener Stein nimmt nicht mehr am laufenden Spiel teil. Wird der Prozess des Abtragens durch einen gegnerischen Treffer unterbrochen, muss der Getroffene ohne seine bereits abgetragenen Steine die Partie zu Ende spielen.


Allgemeine Zugregeln

Bei Unklarheiten über die Gültigkeit eines Zuges gelten folgende Regeln:

  • alle Züge müssen mit nur einer Hand ausgeführt werden

  • ein Zug gilt erst dann als beendet, wenn der Spieler seine Würfel aufgenommen hat. Bis dahin kann er seine verschiedenen Zugmöglichkeiten am Brett ausprobieren

  • beim Ausprobieren von Zügen dürfen nicht mehr Augen gezogen werden, als tatsächlich gewürfelt worden sind

  • hat ein Spieler seinen Zug mit Aufnahme seiner Würfel abgeschlossen, bevor er alle Augen, die er zu spielen berechtigt ist, gesetzt hat, dann hat sein Gegner das Recht, ihm die restlichen Augen ausführen zu lassen oder aber sie ihm zu verweigern.

  • Sobald ein Spieler gewürfelt hat, gilt der vorangegangene Zug seines Gegners als endgültig. Dies gilt auch, wenn ein Spieler seinen Zug nicht komplett oder nicht korrekt ausgeführt hat.

  • ein Fehler in der Aufstellung der Steine kann nur bis zum Ende der zweiten Würfelrunde korrigiert werden.

  • wird während eines Spiels ein Stein außerhalb des Brettes gefunden, so hat der Gegner die Möglichkeit, den Stein auf die Bar zu setzen, oder er kann vom betroffenen Spieler verlangen, dass dieser mit 14 Steinen zu Ende spielt.

Verdopplungswürfel

  • Zu Spielbeginn liegt der Verdopplungswürfel in der Mitte zwischen beiden Spielern, die beide das Recht haben, als erster eine Verdoppelung des Spieleinsatzes anzubieten (Initialdoppel).

  • Das Angebot einer Verdoppelung kann angenommen oder abgelehnt werden. Bei Ablehnung ist das Spiel beendet und der ablehnende Spieler verliert mit der Punktzahl, die vor dem Verdoppelungsangebot aufgelegt war.

  • Nach der ersten Verdopplung wechselt das Recht des erneuten Verdoppelns und liegt immer allein bei dem Spieler, der die vorhergehende Verdoppelung akzeptiert hat (Redoppel).

  • Der Spieler, der eine Verdoppelung anbieten will, legt den Verdoppelungswürfel (mit der entsprechenden Zahl nach oben) auf die gegnerische Spielhälfte. Entschließt sich der Spieler, der ein Verdoppelungsangebot erhält, die Verdoppelung zu akzeptieren, so nimmt er den Verdoppelungswürfel auf und legt ihn in das dafür vorgesehene Fach des Spielbretts auf seiner Seite.

  • Ein Spieler kann nur verdoppeln , wenn er mit dem Spielen an der Reihe ist und bevor er gewürfelt hat. Die Würfel gelten auch dann als geworfen, wenn sie unkorrekt zu liegen kommen und noch einmal geworfen werden